Noch vor Kohle und Weizen ist Kaffee die zweitwichtigste Handelsware weltweit, einzig Erdöl übertrifft dessen Volumen. Der Aufschwung kam im ausgehenden 18. Jahrhundert: Europa wies einen Jahresverbrauch von 65.000 t Kaffee aus. Französische Plantagen lieferten mehr als die Hälfte davon. Fast 300.000 t betrug der weltweite Bedarf um 1850, und kurz nach 1900 war die Millionen-Tonnen-Grenze überschritten, wobei Brasilien mit 75% nunmehr der größte Lieferant wurde. Durch diese enorme Steigerung gewannen aber auch Probleme wie Überproduktion, Preisschwankungen und nicht zuletzt wechselnde naturbedingte Einflüsse an Bedeutung. Fast alle Erzeugerländer sind wirtschaftlich vom Kaffeeumsatz abhängig. Verdorbene Ernten oder fallende Preise können sie an den Rand des Bankrotts bringen. So wurden z.B. in Brasilien, um die Kaffeepreise zu halten, zwischen 1931 und 1945 etwa 5,7 Mio. t Rohkaffee verbrannt oder ins Meer geschüttet. Später wurden die zuviel produzierten Kaffeekirschen industriell genutzt: als Straßenbelag, Papier, Treibstoff und in der Pharmaindustrie. 1962 wurde schließlich ein Welthandelsabkommen getroffen, welchem 50 Erzeuger- und 26 Verbraucherländer verpflichtet sind. Mit diesem wird versucht, durch ein Quotensystem den einzelnen Ländern Exportgarantien zu sichern und damit einen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage zu erlangen. Doch leider wird dieses Bestreben durch Spekulanten behindert, die mit Hilfe von Gerüchten (z.B. Ertragserwartung) und gezielten Falschinformationen Preisänderungen zu ihren Gunsten erreichen wollen.