Bei der Entfernung von Fruchthaut, Fruchtfleisch, Pergamenthülle und Silberhäutchen kommen zwei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz - das Nassverfahren (Westindische Bereiding) und das Trockenverfahren (Oostindische Bereiding).
Westindische Bereiding (Nassverfahren):
Um die Austrocknung der Früchte zu vermeiden werden bei diesem Verfahren die Kirschen während der Ernte im Quelltank gelagert. Im Pulper, einer Art Presse, wird der Kirschkern aus der Frucht gedrückt. Die Pulpe, das zurückbleibende Abfallprodukt, wird industriell weiterverarbeitet (z.B. zu Dünger). Das an den Kaffeebohnen verbleibende Fruchtfleisch wird in Trögen fermentiert, oder an der Luft getrocknet und anschließend durch gründliche Wässerung im Waschkanal, in Reinigungsbecken oder entsprechenden Maschinen von der Bohne entfernt. Nach der Trocknung wird die Bohne in Schälmaschinen von der Pergamenthülle und dem Silberhäutchen befreit.
Ergebnis: gewaschener, unsortierter Rohkaffee
Die aufwendige Westindische Bereiding kommt hauptsächlich bei den hochwertigeren Kaffeesorten aus Zentralamerika, Kenia und Tansania zur Anwendung.
Oostindische Bereiding (Trockenverfahren):
Die Kaffeekirschen auf großen Trockenflächen ausgelegt und mittels mehrmaligem Wenden durch die Sonne getrocknet. Bei ungünstigem Klima kommen auch Trockenmaschinen zum Einsatz. Anschließend werden die Bohnen in Schälmaschinen von Fruchtfleisch, Pergamenthülle und Silberhäutchen getrennt. Das Abfallprodukt wird zum Teil industriell weiterverarbeitet, z.B. zu Papier oder Straßenbelag.
Ergebnis: ungewaschener, unsortierter Rohkaffee
Die Oostindische Bereiding kommt hauptsächlich bei brasilianischen und westafrikanischen Kaffees zur Anwendung.