Der fertige Rohkaffee wird je nach Qualität mehr oder weniger verlesen. Bruchbohnen und Bohnen falscher Größe, Farbe oder Form werden aussortiert und eventuell an die Industrie (z.B. zur Herstellung von Pharmaka) weitergegeben. Sogenannte Frost-, Öl-, Stinker-, oder Grasbohnen werden nach Möglichkeit entfernt.
Anschließend werden die Bohnen in Säcken zu 60 oder 95 kg verpackt und in Rohkaffeelager transportiert. Diese befinden sich meist in den Anlagen der großen Häfen eines Erzeugerlandes wie etwa im brasilianischen Santos, dem weltweit größten Verschiffungshafen für Kaffee.
Kaffee entfaltet seinen einzigartigen Geschmack durch das Zusammenspiel von mehr als 70 (bisher bekannten) Aromastoffen. Daher wird der Qualitätskontolle besondere Bedeutung beigemessen.
Die erste Prüfung erfolgt in den Exporthäfen durch Großexporteure, Makler und Vertreter der Importeure. Das wichtigste Kriterium ist die Herkunft der Bohnen, doch es gibt noch eine Vielzahl weiterer Faktoren, die über den Preis einer Partie entscheiden. Im Importhafen wird die Qualität erneut geprüft: die vom Exporteur zugesicherten Eigenschaften müssen getestet, Transportschäden durch Feuchtigkeit oder Fremdgerüche müssen erkannt werden. Große Bedeutung kommt hierbei den Kaffeeschmeckern (cuptester) zu. Sie verkosten mit ihren sensiblen Geschmacksnerven die einzelnen Lieferungen und klassifizieren sie nach internationalen Standards. Proben aus den Säcken werden in Augenschein genommen, dann geröstet, gemahlen, aufgebrüht und bei jedem Schritt berochen, schließlich probiert und ausgespuckt.
Die nachfolgende Lagerung kann mehrere Monate dauern. Damit die grünen Bohnen nicht frühzeitig reifen, müssen sie kühl, vor Sonne und Licht geschützt gelagert werden. Monochromes Licht aus gelben Natriumdampflampen sorgt für die günstigste Beleuchtung in den Hallen.