Morgens früh um acht, wird Kaffee gemacht! So machen es Millionen von Menschen jeden Tag: Kaffee ist zu einer Selbstverständlichkeit geworden und hat schon lange die einst übliche Morgensuppe verdrängt. Die Zubereitung ist Sache des Geschmacks, über den sich bekanntlich nicht streiten lässt. Zu beachten ist allerdings, daß Kaffee eigentlich nicht 'gekocht', sondern auf unterschiedliche Weise aufgebrüht werden sollte, da sonst zu viele Gerb- und Bitterstoffe in das Getränk gelangen und so das Aroma verloren geht.
Nur türkischen Kaffee wird kurz aufgekocht: das Wasser wird in kleinen, sich nach oben verjüngenden Töpfen mit Stiel über der offenen Flamme erhitzt, kurz vor dem Kochen wird Kaffeepulver und Zucker zugegeben und vorsichtig aufgekocht, bis sich weißer Schaum an der Oberfläche bildet. Brennend heiß wird er dann sofort mit Satz in Tassen gegossen und wenn möglich mit dem hellen Schaum serviert (dieser Schaum wird auch für die Erhaltung des Aromas verantwortlich gemacht).
Da es jedoch vor allem der europäischen Damenwelt nicht behagte, den Kaffeesatz mitzutrinken, wurden Filtermethoden entwickelt. Verschiedene Siebe dienten zum Abseien (z.B. beim 'Häferlkaffee'). Dann wurden Kaffeekörbe aus Keramik, mit kleinen Löchern versehen und auf die Kannen gesetzt. Dadurch gelangte zumindest der Hauptteil des Satzes nicht mehr in die Tasse. So ist es auch beim Presso-System, bei welchem das Sieb von oben durch die Flüssigkeit gedrückt und auf diese Weise der Satz am Boden des Glaskolbens festgehalten wird.
Melitta Bentz genügten diese Filtermethoden nicht. Der Kaffee schmeckte immer nur bei der ersten frisch aufgebrühten Tasse und auch der Satz war noch nicht vollständig aus der Tasse verbannt. Also experimentierte sie mit grobem, leicht porösen Papier, daß sie in den Kaffeekorb steckte. Der Erfolg war durchschlagend, sie erfand die Filtertüte.
Eine Weiterführung des Filterns, mit der Erkenntnis, daß der Kaffee nur kurz ausgelaugt werden darf und eine gewisse Menge Kaffeepulver dennoch vollständig vom Wasser durchdrungen werden soll, führte dann zur Entwicklung der Espressomaschine.